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Nervenengpaßsyndrome
Eingeklemmter Nerv
Warum schläft die Hand immer wieder ein? Woher kommen die Schmerzen der Hand? Liegt ein Karpaltunnelsyndrom vor? Welcher Test ist geeignet, dies herauszufinden? Oder: Es wurde ein Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert. Muss jetzt operiert werden? Dringend? Oder gibt es Alternativen? Welche Therapie ist zu empfehlen?

Das sind häufige Fragen, mit denen sich Patienten in meiner Praxis vorstellen. Medizinisch betrachtet, gibt es mehrere Ursachen für Taubheitsgefühl in den Händen. Eine der häufigsten ist das Karpaltunnelsyndrom. Typische Situationen hierfür sind nachts im Schlaf, beim Fahrradfahren oder beim Lenken des Autos oder Motorrads. Auch während der Schwangerschaft treten die Symptome häufig auf.

Ob ein Karpaltunnelsyndrom vorliegt oder nicht und wenn ja, wie ausgeprägt dieses ist, kann mit neurologischen Untersuchungen gut festgestellt werden.

Nervenultraschall bei Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom:
Mit der neuen Methode des Nervenultraschalls kann ich direkt in den Karpaltunnel hineinschauen. So erkenne ich, ob eine Nerveneinengung im Karpaltunnel vorliegt. Bei geplanter Operation können dem Chirurgen alle Informationen (ob z.B. etwas anderes auf den Nerv drückt, dieser einen atypischen Verlauf hat o.a.) bereits mitgeliefert werden.
NLG-Untersuchung bei Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom:
Bei einem Karpaltunnelsyndrom ist die Nervenleitgeschwindigkeit eines Nervs im Karpaltunnel blockiert. Mit einer NLG-Untersuchung kann dies exakt gemessen werden.
Mit der NLG-Untersuchung kann auch festgestellt werden, ob der Nerv droht, Schaden zu nehmen. Dies ist wichtig für die Therapieberatung. Je nach den Werten kann eine nicht-operative Therapie (Stichworte: Schiene, Injektion) ausreichen – oder es ist (je nach Befunden mit ausreichend Zeit oder sogar dringlich) eine Operation zu empfehlen.

Vertiefende Informationen:

  • NLG und EMG
  • Ähnliche Überlegungen wie beim Bandscheibenvorfall spielen auch bei der Spinalkanalstenose eine Rolle – auch hier hilft eine neurologische Untersuchung weiter. Gerne kann ich Ihnen einen zeitnahen Termin anbieten. Hier können Sie einen Termin vereinbaren.
  • Neuro-Orthopädie: Trauma und Nervenverletzung – durch Nervenultraschall können in dieser Situation wichtige und therapieentscheidende Fragen rascher und genauer als früher beantwortet werden. Mehr Informationen finden Sie unter dem Abschnitt Nervenultraschall bei Trauma und Nervenverletzungen.
Wer sich neurologisch mit den Nervenbahnen entlang der Wirbelsäule und in Armen und Beinen beschäftigt, sieht immer wieder Nerveneinengungen bei (Berufs-)Musikern. Durch instrumentenspezifische Belastungen, insbesondere durch eine hohe Anzahl repetitiver Bewegungen oder durch bestimmte Körperhaltungen, werden bei Musikern nicht nur Sehnen und Gelenke, sondern auch Nerven immer wieder stark belastet. Die Stellen im Körper, an denen „normalerweise“ Nerven eingeklemmt werden können, werden hier oft besonders stark beansprucht. Erhöht sich der Druck auf den Nerven, spricht man von einer Nervenkompression. Der eingeengte Nerv reagiert häufig mit Schmerzen, Missempfindungen (Kribbeln, „Einschlafen“) sowie Koordinationsstörung oder Verkrampfung. Oft sind bei Musikern Hände oder Arme betroffen. Eine dezidierte neurologische Untersuchung mit genauer Untersuchung der Nervenbahnen hilft bei der Ursachenklärung. Dies ist wichtig, da bei Nervenkompressionssyndromen meist eine gute Heilungsaussicht besteht.
Mit dem Nervenultraschall sind die Nerven der Arme lückenlos von Hand bis Schulterhöhe einzusehen. Ob eine Nervenkompression besteht, kann hier rasch, schonend und sicher festgestellt werden.
Die Hände schlafen immer wieder ein. Ist das eine Durchblutungsstörung? Ein eingeklemmter Nerv? Kommt das von der Halswirbelsäule?

Wenn ich eine Nerveneinengung (med. Nervenkompressionssyndrom) diagnostiziere, werde ich immer wieder gefragt: „Aber kommt das denn nicht von der Halswirbelsäule?“. Das Problem mit der Wirbelsäule ist: Bei fast jedem Menschen sind im MRT der Wirbelsäule Abnutzungserscheinungen sichtbar. Veränderungen im MRT bedeuten also nicht automatisch, dass diese auch die Ursache von Beschwerden sind. Wissenschaftliche Studien zeigten sogar: bis zu 50 % aller im MRT sichtbaren Bandscheibenvorfälle rufen keine Symptome hervor, d.h. die Betreffenden haben nichts davon gemerkt! Allein aufgrund eines MRT der Wirbelsäule sollte also nicht vorschnell die Ursache festgelegt werden. Die kritische Frage „Kann der MRT-Befund denn die Beschwerden erklären?“ ist immer gerechtfertigt.

Tatsächlich können natürlich auch an der Halswirbelsäule Nerven „eingeklemmt“ sein. Auch eine Arterienverengung kann ähnliche Symptome hervorrufen. Häufiger werden Nerven aber außerhalb der Wirbelsäule eingeengt und führen dann zu typischen „Nervensymptomen“ wie Kribbeln, Einschlafgefühl etc.

Durch eine genaue Untersuchung der Nervenbahnen in Armen, Beinen und der Wirbelsäule (NLG, EMG, Nervenultraschall) kann bei Nervenbeschwerden die Ursache meist gut festgestellt werden – ob z.B. die Wirbelsäule schuld ist oder ein Nerv außerhalb der Wirbelsäule gereizt wird. Mit diesen Informationen kann dann eine Therapie, welche gezielt den Ort der Beschwerdeverursachung angeht, gefunden werden.

Ein Spezialgebiet der Neurologie ist die Messung der Nervenfunktionen, die sog. NLG- und EMG-Untersuchung. Ob und wo die Nervenleitung blockiert ist, kann so genau getestet werden.
Durch den Nervenultraschall kann an Armen und Beinen lückenlos der gesamte Nervenverlauf dargestellt werden. Ob eine Nervenkompression (medizinisch für „eingeklemmter Nerv“) vorliegt oder nicht, kann hier rasch gesehen werden.
Info: Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste Nervenengpasssyndrom. Natürlich können auch zahlreiche weitere Nerven an Armen und Beinen eingeengt sein. Die klassische NLG-Untersuchung kommt hier manchmal an ihre Grenzen. Hier helfen erweiterte Untersuchungen, wie z.B. ein gezieltes SEP bei Meralgia parethetica oder neuerdings auch der Nervenultraschall z.B. bei Sulcus ulnaris Syndrom, Supinatorsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom, Meralgia paresthetica oder Wartenberg Syndrom gut weiter. Ich freue mich immer über die Herausforderung bei selten untersuchten Nerven und seltenen Nervenengpasssyndromen. Fragen Sie mich!
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