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GENAUER BEFUND. GEZIELTE THERAPIE.

Neurologie wird oft ausschließlich mit der Untersuchung der Gehirnfunktionen (Zentrales Nervensystem, ZNS) gleichgesetzt. Tatsächlich ist aber die Untersuchung der Nervenbahnen in Armen und Beinen und entlang der Wirbelsäule bis hin zu den Muskeln ebenfalls ein sehr wichtiger Bereich. In diesem Teil des Nervensystems (Peripheres Nervensystem, PNS) sind oft die Ursachen für Schmerzen, Taubheitsgefühl, „Einschlafen“, Muskelkrämpfe und Muskelschwäche zu finden. Ist die Ursache genau erkannt, kann eine gezielte Therapie geplant und angewandt werden.

Technikfortschritt und Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben zu einer echten Bereicherung im Alltag geführt. Mit Hilfe moderner Ultraschallgeräte ist an Armen und Beinen schmerzfrei und in kurzer Zeit eine lückenlose Untersuchung der Nerven möglich. Ob ein Nervenproblem vorliegt oder nicht, kann damit rasch gesehen werden.

Wiederkehrende Schmerzen sind nicht immer ein Problem der Muskeln, Sehnen oder Gelenke. Auch eine Nervenreizung oder eine Nervenverletzung kann dahinter stecken. Nervenprobleme sind im Verhältnis zu muskulären Ursachen zwar deutlich seltener aber nicht weniger wichtig. Da Nervenschäden nur recht langsam regenerieren, können sie im Vergleich zu Muskelverletzungen weitaus schwerwiegender sein. Hier lohnt eine gezielte neurologische Diagnostik, um festzustellen, ob ein Nervenproblem dahintersteckt. Wenn ja, sollte eine Behandlung möglichst schnell erfolgen. Es gilt: Je früher erkannt, desto besser die Heilungsaussicht.

Die genaue Diagnostik erfordert den Einsatz spezialisierter Untersuchungstechniken (NLG, EMG, Nervenultraschall). Zudem sind sport-spezifische Aspekte wichtig. Eine Besonderheit beim Sport liegt in der oft hohen Anzahl gleichförmiger repetitiver Bewegungen oder der hohen mechanischen Belastung einzelner Gliedmaßen/Gelenke (an denen auch Nerven verlaufen). Diese Punkte müssen bei der Untersuchung berücksichtigt werden. Je nach Sportart können verschieden Nerven betroffen sein. Eine genaue Betrachtung soll helfen, die Ursache zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern, um Langzeitschäden der Nerven zu vermeiden.

Eine effektive und nachhaltige Therapie beruht meist auf einem guten interdisziplinären Teamwork. Eine enge Abstimmung mit dem Behandlungsteam – falls gewünscht mit zuweisendem Arzt, Sportmediziner, Orthopäde, Teamarzt, Trainer, Physiotherapeut oder Osteopath – ist uns daher sehr wichtig.

An verschiedenen Stellen im Körper können Nerven eingeengt bzw. gereizt sein. Manchmal ist dies von „orthopädischen Ursachen“ nur schwer zu unterscheiden. Ein genauerer Blick lohnt sich besonders bei:

  • Wirbelsäulenbeschwerden
  • Ellbogenschmerzen
  • Tennisellbogen
  • Schmerzen im Handgelenk oder der Hand
  • Schulterproblemen
  • Leistenschmerzen
  • Fuß- oder Fersenschmerzen

Durch den Nervenultraschall haben sich die neurologischen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich erweitert. Ein paar konkrete Beispiele: Auch Nerven, die mit NLG/EMG oft nur ungenügend untersucht werden konnten (z.B. der Radialisast im Supinatortunnel oder die Nerven im Leistenbereich und Tarsaltunnelbereich) sind mit der neuen Methode des Nervenultraschall sehr gut einsehbar.

Moderne Neuroforschung ganz konkret: Von internationalen Sportverbänden wie FIFA, IOC, NFL, NHL und NBA wird mittlerweile nach einer Gehirnerschütterung (englisch: Concussion) die Abklärung der Gehirnfunktionen (und in Abhängigkeit davon ein gestuftes return-to-play) ausdrücklich empfohlen.

Ob beim Sport, bei einem Fahrradunfall, Verkehrsunfall oder in der Schule: zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass auch traumatologisch gesehen, leichte Kopfprellungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Sehr wichtig für den Erhalt der Leistungsfähigkeit ist, dass die volle Belastung erst wieder aufgenommen wird, wenn alle Symptome zu 100 % zurückgebildet sind. Falls nicht, besteht ein erhöhtes Risiko einer verzögerten Rückbildung sowie bleibender neurologischer Folgeschäden.

Oft treten nach einer Gehirnerschütterung (Concussion) Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsprobleme, Sehstörungen oder eingeschränkte Konzentration auf. Diese werden aber nicht immer gezielt untersucht. Nach einem Normalbefund im CT, EEG oder MRT werden die Beschwerden oft bagatellisiert: “Da ist nichts”. Die Folge ist ein verfrühter Wiedereinstieg in das Training, die Arbeit oder die Schule.

Aber: Die Veränderungen, welche durch eine Concussion hervorgerufen werden, sind im MRT, CT oder auch EEG nicht sichtbar. Der Grund: Die Symptome beruhen auf neurometabolischen Defiziten – es liegt keine strukturelle Läsion zugrunde.

Um diese diagnostische Lücke zu füllen, wurden in den letzten Jahren neue Untersuchungen etabliert. Eine besonders intensive Forschung fand hier auf dem Gebiet des Leistungssports statt. Im Sport steht eine fachgerechte Beurteilung bei Concussion oft unter erhöhtem zeitlichen Druck. Hier sind rasche und präzise Untersuchungsmethoden gefragt – und in den letzten Jahren auch entwickelt worden.

Was bieten spezifische neurologische Concussion-Untersuchungen?

  • Typische Defizite nach einer Concussion können damit überhaupt erst erfasst werden.
  • Mit diesen Tests kann beurteilt werden, ob eine Gehirnerschütterung vorliegt, wie die Rückbildung verläuft, ob und welche gezielte Therapieschritte nötig sind und wann eine Wiederaufnahme der Belastung (Schule, Arbeit, Sport) sinnvoll ist.

Gerade bei Drehschwindel lohnt ein genauerer Blick. Oft liegen Ursachen zugrunde, die effektiv therapiert werden können.

Last but not least: Bevor spezifische Concussion-Tests zum Einsatz kommen, sollte eine neurologische Untersuchung klären, ob nicht doch eine strukturelle Läsion hervorgerufen wurde – aufgrund meiner Erfahrung in der neurologischen Akutmedizin biete ich auch hierfür gerne eine gezielte Untersuchung an. Hier können Sie gleich einen Termin vereinbaren.

Der Erhalt der Nervenfunktion ist das wichtigste Ziel bei Therapieentscheidungen. Auch die Entscheidung für oder gegen eine OP. Die Nervenfunktion kann man aber im MRT nicht sehen. Hier hilft eine gezielte Nervenmessung mit NLG und EMG weiter. Wenn die Messungen eine intakte Nervenfunktion zeigen, ist eine Operation zum Erhalt der Nervenfunktion (trotz im MRT sichtbarem Bandscheibenvorfall) nicht notwendig.

An der Wirbelsäule liegen „orthopädische Strukturen“ (z.B. Bandscheiben, Wirbelgelenke) und „neurologische Strukturen“ (Nervenbahnen) sehr eng beieinander. Oft ist daher ein Blick aus beiden Fachrichtungen sinnvoll. Das Problem bei einem Bandscheibenvorfall ist, dass dieser auf einen Nerv (Nervenwurzel) drücken kann. Wenn ein Bandscheibenvorfall zu stark auf einen Nerv drückt, drohen eine Störung der Nervenfunktion und infolgedessen bleibende Ausfallserscheinungen wie Taubheit oder Lähmungen. Der Erhalt der Nervenfunktion ist daher das wichtigste Ziel. Nicht immer ist dazu eine Operation nötig. Übrigens geht man heute davon aus, dass in rund 80 % aller Bandscheibenvorfälle eine Operation vermieden werden kann.

Um für oder gegen eine Operation bei einem Bandscheibenvorfall zu entscheiden, muss eindeutig festgestellt werden, ob die Nervenfunktion tatsächlich in Gefahr ist oder nicht. Das Problem ist aber: Die Funktion der Nerven kann man im MRT nicht sehen.

Wie kann man die Nervenfunktion also untersuchen? Ein Spezialbereich der Neurologie ist die „klinische Neurophysiologie“. Durch eine NLG-, EMG- und SEP-Untersuchung kann die Funktion der Nervenbahnen punktgenau untersucht werden. Besonders das EMG stellt eine Art „Frühwarnsystem für Nervenschäden“ dar und kann diese sogar aufdecken, bevor es zu Ausfallserscheinungen kommt. Besteht ein akuter oder chronischer Nervenschaden, kann dies mit den genannten Messmethoden präzise erfasst werden.

Eine persönliche Anmerkung: Ich selbst bin prinzipiell weder für noch gegen eine Operation. Wichtig ist vielmehr zu wissen, ob ein Grund (medizinisch: Indikation) für eine Operation vorliegt, ob der Nerv akut „in Gefahr“ ist oder ob es ein Zeitfenster für nicht-operative Therapien gibt. Diese Fragen können mit ausreichender Untersuchungszeit auf Basis einer erweiterten neurophysiologischen Untersuchung (NLG, EMG, SEP) gut beantwortet werden.

Wenn es um wichtige Entscheidungen geht, sollte so wenig wie möglich von Annahmen ausgegangen werden, sondern vielmehr von den Ergebnissen gezielter und aussagekräftiger Untersuchungen.

In der NLG- und EMG-Untersuchung zeigt sich genau, ob die Leitfähigkeit eines Nervs verzögert, blockiert oder geschädigt ist. Besonders das EMG stellt eine Art „Frühwarnsystem für Nervenschäden“ dar und kann einen Nervenschaden aufdecken, bevor es zu Ausfallserscheinungen kommt.

Spätestens, wenn bei Rückenschmerzen Nervenreizsymptome auftreten, sollte in einer neurologischen Untersuchung (inkl. NLG- und EMG-Untersuchung) die Nervenfunktion überprüft werden.
Mögliche Nervenreizsymptome:

  • Die Schmerzen sind nicht nur im Rücken lokalisiert, sondern strahlen aus (z.B. im Arm oder im Bein).
  • Weitere Symptome, wie Kribbeln und Ameisenlaufen oder Missempfindungen, wie z.B. Brennen, Kältegefühl, Taubheitsgefühl, Koordinationsstörung, Schwächegefühl sowie Muskelkrämpfe, die wiederkehrend bestimmte Muskeln betreffen.

Vertiefende Informationen:

  • NLG und EMG
  • Ähnliche Überlegungen wie beim Bandscheibenvorfall spielen auch bei der Spinalkanalstenose eine Rolle – auch hier hilft eine neurologische Untersuchung weiter. Gerne kann ich Ihnen einen zeitnahen Termin anbieten. Hier können Sie einen Termin vereinbaren.
  • Neuro-Orthopädie: Trauma und Nervenverletzung – durch Nervenultraschall können in dieser Situation wichtige und therapieentscheidende Fragen rascher und genauer als früher beantwortet werden. Mehr Informationen finden Sie unter dem Abschnitt Nervenultraschall bei Trauma und Nervenverletzungen.

Neu Muskelsprechstunde in Neuromed Praxis für Neurologie: Mit der langjährigen Erfahrung als Leiterin der Muskelambulanz der Charité Mitte bietet Frau Dr. Irlbacher in unserer Praxis eine spezialisierte Diagnostik und Therapie an.

Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, rasche Muskelermüdung, CK-Erhöhung im Labor, Muskelschwäche, Abnahme der Muskelmasse? 

Obwohl einige dieser Beschwerden mit zu den häufigsten Symptomen von Muskelerkrankungen zählen, ist eine spezifische Diagnose und Therapie oft schwierig.

Die Ursache kann in den Muskeln selbst oder in ihren steuernden Strukturen liegen. Je nach Beschwerden erfolgt für die Lokalisierung daher in der Erstuntersuchung eine Abklärung der Nervenbahnen vom Gehirn bis in den Muskel.

Wenn eine primäre Muskelerkrankung vorliegt, ist die genaue Differenzialdiagnose knifflig. Erkrankungen der Muskulatur sind sehr vielfältig. Manche kommen nur selten vor und gelten als sog. „orphan diseases“. Viele Ärzte sehen sich damit nur selten konfrontiert und für die Betroffenen ist der Weg zur richtigen Diagnose oft lang. Da Muskelerkrankungen zu den seltenen Krankheiten gehören, ist zu ihrer Diagnostik und Behandlung eine langjährige Erfahrung wichtig („Man erkennt nur das, was man kennt“).

Von der ersten orientierenden Untersuchung bei vermutetem Problem der Muskulatur bis hin zur spezialisierten Diagnostik bei Myopathien ist in unserer Praxis eine individuelle Abklärung möglich. Sollte sich in den Anfangsuntersuchungen der Verdacht auf eine primäre Muskelerkrankung erhärten, bzw. dieser Verdacht im Vorfeld geäußert worden sein, können Sie direkt in der Muskelsprechstunde von Frau Dr. Irlbacher eine spezialisierte Abklärung durchführen lassen.

Warum schläft die Hand immer wieder ein? Woher kommen die Schmerzen der Hand? Liegt ein Karpaltunnelsyndrom vor? Welcher Test ist geeignet, dies herauszufinden? Oder: Es wurde ein Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert. Muss jetzt operiert werden? Dringend? Oder gibt es Alternativen? Welche Therapie ist zu empfehlen?

Das sind häufige Fragen, mit denen sich Patienten in meiner Praxis vorstellen. Medizinisch betrachtet, gibt es mehrere Ursachen für Taubheitsgefühl in den Händen. Eine der häufigsten ist das Karpaltunnelsyndrom. Typische Situationen hierfür sind nachts im Schlaf, beim Fahrradfahren oder beim Lenken des Autos oder Motorrads. Auch während der Schwangerschaft treten die Symptome häufig auf.

Ob ein Karpaltunnelsyndrom vorliegt oder nicht und wenn ja, wie ausgeprägt dieses ist, kann mit neurologischen Untersuchungen gut festgestellt werden.

Nervenultraschall bei Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom:
Mit der neuen Methode des Nervenultraschalls kann ich direkt in den Karpaltunnel hineinschauen. So erkenne ich, ob eine Nerveneinengung im Karpaltunnel vorliegt. Bei geplanter Operation können dem Chirurgen alle Informationen (ob z.B. etwas anderes auf den Nerv drückt, dieser einen atypischen Verlauf hat o.a.) bereits mitgeliefert werden.

NLG-Untersuchung bei Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom:
Bei einem Karpaltunnelsyndrom ist die Nervenleitgeschwindigkeit eines Nervs im Karpaltunnel blockiert. Mit einer NLG-Untersuchung kann dies exakt gemessen werden.

Mit der NLG-Untersuchung kann auch festgestellt werden, ob der Nerv droht, Schaden zu nehmen. Dies ist wichtig für die Therapieberatung. Je nach den Werten kann eine nicht-operative Therapie (Stichworte: Schiene, Injektion) ausreichen – oder es ist (je nach Befunden mit ausreichend Zeit oder sogar dringlich) eine Operation zu empfehlen.

Vertiefende Informationen:

  • NLG und EMG
  • Ähnliche Überlegungen wie beim Bandscheibenvorfall spielen auch bei der Spinalkanalstenose eine Rolle – auch hier hilft eine neurologische Untersuchung weiter. Gerne kann ich Ihnen einen zeitnahen Termin anbieten. Hier können Sie einen Termin vereinbaren.
  • Neuro-Orthopädie: Trauma und Nervenverletzung – durch Nervenultraschall können in dieser Situation wichtige und therapieentscheidende Fragen rascher und genauer als früher beantwortet werden. Mehr Informationen finden Sie unter dem Abschnitt Nervenultraschall bei Trauma und Nervenverletzungen.

Muskelkrämpfe können vielfältige Ursachen haben. Oft wird ein Mineralienmangel vermutet. Nicht immer aber helfen Elektrolytgetränke oder Magnesium weiter. Wenn Muskelkrämpfe häufig auftreten (Faustregel: mehr als dreimal pro Woche), sollte nach weiteren Ursachen und gezielten Behandlungsmöglichkeiten gesucht werden. Spätestens hier kommt der Neurologe ins Spiel.

Krämpfe gehen meist gar nicht vom Muskel selbst aus, sondern von den Nerven, die den Muskel ansteuern. Dies sind die gleichen Nerven, welche auch die normalen Muskelbewegungen steuern. Wenn ein Nerv ständig und unkontrolliert Kontraktionssignale an den Muskel sendet, resultiert dies in einem Muskelkrampf. Dieser Überaktivität der verantwortlichen Nerven liegt oft eine Nervenreizung (bzw. medizinisch gesprochen eine Hyperexzitabilität) zu Grunde. Diese wiederum kann durch Probleme an verschiedenen Stellen hervorgerufen werden. Um nur einige Beispiel zu nennen: Polyneuropathie, Nervenkompression („eingeklemmter Nerv“) und Bandscheibenvorfall. Wenn man „das Übel an der Wurzel packen“ möchte, muss man therapeutisch an genau dieser Stelle ansetzen: an der Übererregbarkeit der Nerven.

Die Untersuchung der Funktion der gesamten Nervenbahnen gehört zum Aufgabengebiet des Neurologen. Bei der Abklärung von Muskelkrämpfen geht es um die Nervenfasern, welche die Muskeln ansteuern. Wenn die Ursache zugeordnet ist, kann gemeinsam eine gezielte Therapie besprochen werden.

Die Füße oder Beine sind taub, kribbeln, sind unruhig oder brennen. Dies können Symptome einer Polyneuropathie sein. Ist Polyneuropathie heilbar? Wer dann Dr. Google um Rat fragt, lernt schnell, dass man entweder Diabetes hat oder Alkoholiker sein muss. Und, dass man eigentlich nichts tun kann.

Richtig dagegen ist: Diabetes ist statistisch die häufigste Ursache für eine Polyneuropathie. Auch schwerer Alkoholismus kann eine PNP verursachen. Es gibt aber in der Realität deutlich mehr als 200 verschiedene Ursachen einer Polyneuropathie – in der neurologischen Fachliteratur existieren ganze Bücher darüber. Mit einer kurzen Pauschalaussage „eine Polyneuropathie ist nicht heilbar“ oder „da kann man nichts machen“ wird man der Realität nicht gerecht. Bei einer Polyneuropathie ist eine ursächliche Therapie zwar tatsächlich nicht immer möglich, andererseits aber auch gar nicht unbedingt nötig. Ziele der neurologischen Konsultation bei Polyneuropathie sollten sein: differenziert untersuchen, behandelbare Formen erkennen und diese gezielt behandeln.

Eine fundierte Abklärung bei Polyneuropathie umfasst mehrere Schritte:

Eine differenzierte Untersuchung hilft, die verschiedenen Ursachen auseinanderzuhalten.
Sehr wichtig ist, eine erweiterte NLG- und EMG-Untersuchung (z.B. inkl. F-Wellenbestimmung) durchzuführen. Hieraus ergeben sich weitere evtl. nötige Untersuchungen (Nervenultraschall, Blutuntersuchungen, Nervenbiopsie, Hautstanzbiopsie).

Therapiebedarf einschätzen und dessen Dringlichkeit klären.
Eine genaue Auswertung der bei Schritt 1 erhobenen Befunde ist die Basis. Ziel ist es, behandelbare Ursachen herauszufiltern. Durch die Untersuchungen können außerdem progrediente Formen (die oft gut behandelt werden können) frühzeitig erkannt werden und von den harmlosen Formen (welche z.T. auch gar keiner besonderen Behandlung bedürfen) abgegrenzt werden.

Therapie.
Für viele Formen einer Polyneuropathie gibt es mittlerweile wirksame Therapien. Eine genaue Auflistung würde den Rahmen sprengen. Näheres erfahren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

Weiterer wichtige Punkt der Therapieplanung: störende Symptome identifizieren und effektiv und schonend behandeln. Auch hier gibt es neue Therapieansätze aus den letzten Jahren. Ein Ausblick aus der Forschung: Aktuelle Studien zeigen z.B. eine gute Wirksamkeit einer Therapie mit Botulinumtoxin bei Fußschmerzen durch Polyneuropathie.

Auch bei scheinbar klaren Befunden lohnt sich eine erneute Überprüfung. Zum Beispiel: Wenn ein Diabetes vorliegt oder eine Chemotherapie erfolgte, ist eine Polyneuropathie meist genau darauf zurückzuführen. In Studien wurde aber gezeigt, dass auch diese Annahme manchmal etwas vorschnell ist. Polyneuropathie kann viele Ursachen haben. Wichtig ist auch hier, behandelbare Ursachen zu erkennen.

Wer sich neurologisch mit den Nervenbahnen entlang der Wirbelsäule und in Armen und Beinen beschäftigt, sieht immer wieder Nerveneinengungen bei (Berufs-)Musikern. Durch instrumentenspezifische Belastungen, insbesondere durch eine hohe Anzahl repetitiver Bewegungen oder durch bestimmte Körperhaltungen, werden bei Musikern nicht nur Sehnen und Gelenke, sondern auch Nerven immer wieder stark belastet. Die Stellen im Körper, an denen „normalerweise“ Nerven eingeklemmt werden können, werden hier oft besonders stark beansprucht. Erhöht sich der Druck auf den Nerven, spricht man von einer Nervenkompression. Der eingeengte Nerv reagiert häufig mit Schmerzen, Missempfindungen (Kribbeln, „Einschlafen“) sowie Koordinationsstörung oder Verkrampfung. Oft sind bei Musikern Hände oder Arme betroffen. Eine dezidierte neurologische Untersuchung mit genauer Untersuchung der Nervenbahnen hilft bei der Ursachenklärung. Dies ist wichtig, da bei Nervenkompressionssyndromen meist eine gute Heilungsaussicht besteht.

Mit dem Nervenultraschall sind die Nerven der Arme lückenlos von Hand bis Schulterhöhe einzusehen. Ob eine Nervenkompression besteht, kann hier rasch, schonend und sicher festgestellt werden.

Wussten Sie, dass die Nervenfasern in Armen und Beinen nicht nur Schmerzinformationen von anderen Körperbereichen an das Gehirn weiterleiten, sondern selbst Schmerzen verursachen können? Dass „Nervenschmerzen“ auf normale Schmerzmittel oft kaum reagieren, sondern ganz gezielt behandelt werden müssen?

In Studien wurde gezeigt: Menschen mit unerkannten Nervenschmerzen nehmen oft viel zu viele Medikamente ein. Werden Nervenschmerzen als solche erkannt und mit gezielten Medikamenten behandelt, können die Schmerzmittel meist stark reduziert werden.

Wann an Nervenschmerzen denken?
Schmerzart: Nervenschmerzen sind oft besonders unangenehm, werden von Betroffenen z.B. als „brennend“, „wie Sonnenbrand“, „elektrisierend“ oder wie „Wundschmerz“ beschrieben. Nervenschmerzen sind oft nicht auf einen Ort begrenzt, sondern können auch ausstrahlen. Zusätzlich findet sich in den Schmerzarealen oft eine gewisse Taubheit (ähnlich wie nach einer Betäubungsspritze beim Zahnarzt) oder auch eine typische Überempfindlichkeit der Haut. Schon leichte Berührungen (teilweise nur die Kleidung auf der Haut) oder Temperaturreize können sehr schmerzhaft sein. Zudem treten nicht selten Missempfindungen auf (typische Beschreibungen: Kribbeln, Ameisenlaufen oder Nadelstechen). Dies sind nur einige Hinweise. Sie ersetzen nicht eine gewissenhafte neurologische Untersuchung und Beratung.

Wie kann man Nervenschmerzen nachweisen?
Der neurologische Nachweis von Nervenschmerzen beruht auf dem Erkennen eines Nervenschadens bzw. einer Nervenfunktionsstörung. Die Diagnose „Nervenschmerz“ kann dann als gesichert gelten, wenn eine Funktionsstörung der Nerven nachgewiesen ist. Ob eine Funktionsstörung der Nerven vorliegt, kann eine genaue NLG- und EMG-Untersuchung klären. Nervenultraschall ist sehr hilfreich, um die genaue Ursache der Funktionsstörung einzusehen.

Was tun?
Ein Vorgehen „nach Schema F“ ist bei Nervenschmerzen oft nicht der ideale Weg. Gerne kann ich Ihnen eine Nervenuntersuchung und eine ursachenorientierte Therapieberatung anbieten.

Ein nicht ganz so häufig untersuchter Nerv: Die Patientin litt seit Jahren an quälenden Schmerzen der Hand. Mit der NLG-Untersuchung konnte eine Läsion des Nervus radialis (obenstehende kleinere Kurve; darunter zum Vergleich die Ergebniskurve der gesunden Hand) festgestellt werden. Die Diagnose Nervenschmerzen wurde gestellt. Eine gezielte ultraschallgestützte Nervenblockade führte zu einer deutlichen Schmerzerleichterung.

Die Hände schlafen immer wieder ein. Ist das eine Durchblutungsstörung? Ein eingeklemmter Nerv? Kommt das von der Halswirbelsäule?

Wenn ich eine Nerveneinengung (med. Nervenkompressionssyndrom) diagnostiziere, werde ich immer wieder gefragt: „Aber kommt das denn nicht von der Halswirbelsäule?“. Das Problem mit der Wirbelsäule ist: Bei fast jedem Menschen sind im MRT der Wirbelsäule Abnutzungserscheinungen sichtbar. Veränderungen im MRT bedeuten also nicht automatisch, dass diese auch die Ursache von Beschwerden sind. Wissenschaftliche Studien zeigten sogar: bis zu 50 % aller im MRT sichtbaren Bandscheibenvorfälle rufen keine Symptome hervor, d.h. die Betreffenden haben nichts davon gemerkt! Allein aufgrund eines MRT der Wirbelsäule sollte also nicht vorschnell die Ursache festgelegt werden. Die kritische Frage „Kann der MRT-Befund denn die Beschwerden erklären?“ ist immer gerechtfertigt.

Tatsächlich können natürlich auch an der Halswirbelsäule Nerven „eingeklemmt“ sein. Auch eine Arterienverengung kann ähnliche Symptome hervorrufen. Häufiger werden Nerven aber außerhalb der Wirbelsäule eingeengt und führen dann zu typischen „Nervensymptomen“ wie Kribbeln, Einschlafgefühl etc.

Durch eine genaue Untersuchung der Nervenbahnen in Armen, Beinen und der Wirbelsäule (NLG, EMG, Nervenultraschall) kann bei Nervenbeschwerden die Ursache meist gut festgestellt werden – ob z.B. die Wirbelsäule schuld ist oder ein Nerv außerhalb der Wirbelsäule gereizt wird. Mit diesen Informationen kann dann eine Therapie, welche gezielt den Ort der Beschwerdeverursachung angeht, gefunden werden.

Ein Spezialgebiet der Neurologie ist die Messung der Nervenfunktionen, die sog. NLG- und EMG-Untersuchung. Ob und wo die Nervenleitung blockiert ist, kann so genau getestet werden.

Durch den Nervenultraschall kann an Armen und Beinen lückenlos der gesamte Nervenverlauf dargestellt werden. Ob eine Nervenkompression (medizinisch für „eingeklemmter Nerv“) vorliegt oder nicht, kann hier rasch gesehen werden.

Info: Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste Nervenengpasssyndrom. Natürlich können auch zahlreiche weitere Nerven an Armen und Beinen eingeengt sein. Die klassische NLG-Untersuchung kommt hier manchmal an ihre Grenzen. Hier helfen erweiterte Untersuchungen, wie z.B. ein gezieltes SEP bei Meralgia parethetica oder neuerdings auch der Nervenultraschall z.B. bei Sulcus ulnaris Syndrom, Supinatorsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom, Meralgia paresthetica oder Wartenberg Syndrom gut weiter. Ich freue mich immer über die Herausforderung bei selten untersuchten Nerven und seltenen Nervenengpasssyndromen. Fragen Sie mich!

Natürlich kann ich vor dem Hintergrund meiner Erfahrung in einer großen Universitätsklinik, der Mitarbeit in der MS-Forschungsgruppe und im MS-Zentrum der Charité sowie in der Akutneurologie (Rettungsstelle) und im Konsiliardienst viele weitere neurologische Krankheitsbilder behandeln.

Eine Auswahl von Krankheitsbildern, die ich häufig in meiner Praxis untersuche und behandle:

Multiple Sklerose, Myelitis, Optikusneuritis und weitere neuroimmunologische Erkrankungen.

  • Diagnostische Abklärung: alle notwendigen Untersuchungen können ambulant in der Praxis durchgeführt werden (auch Lumbalpunktionen). Ein Krankenhausaufenthalt ist hierzu oft nicht nötig.
  • MS: Bei Verdacht auf Schub zeitnaher Termin zur Untersuchung, Beratung und ggf. raschen Therapieplanung.
  • MS Schubtherapie: rasche Planung der Infusionstermine für Schubtherapie.
  • MS Langzeittherapie: Zeit für eine differenzierte Beratung.
  • Verlaufskontrolle: ambulante Durchführung der notwendigen Untersuchungen.
  • In bestimmten Situationen: Falls eine stationäre Therapie doch nötig ist, biete ich auch eine gute Zusammenarbeit und Abstimmung mit zertifizierten MS-Zentren an neurologischen Kliniken an.

Schlaganfallvorsorge, Schlaganfallnachsorge, Verengung der Halsschlagader, Carotisstenose, Tinnitus.

  • Als Neurologe will ich wissen: wie kommt das Blut bis ins Gehirn – daher biete ich ergänzend zu der mittlerweile weit verbreiteten Untersuchung der Halsschlagadern auch eine gezielte Ultraschalluntersuchung (FKDS) der Arterien im Gehirn.

Außerhalb spezialisierter Schlaganfallstationen, der sog. stroke-units ist die transkranielle FKDS-Diagnostik leider noch zu wenig bekannt – dabei sind sinnvolle und hilfreiche Anwendungsgebiete mittlerweile bücherfüllend.

  • Durch die Darstellung auch der intrakraniellen Arterien zeigt sich ein genaueres Bild der Ohr-nahen Arterien. Dies ist wichtig bei Tinnitus, da hier in einigen Fällen Arterienveränderungen dahinter stecken können.

Kopfschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Zervikogene (d.h. von der Halswirbelsäule ausgehende) Kopfschmerzen, medikamenteninduzierte Kopfschmerzen und trigemino-autonome Kopfschmerzen.

  • Wussten Sie, dass die internationale Kopfschmerzgesellschaft über 100 Arten von Kopfschmerzen unterscheidet? Und dass eine genaue Diagnose wichtig für eine effektive Behandlung ist?
  • Mein Ansatz: gründliche Abklärung und soweit möglich immer zuerst nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen einsetzen.
  • Miteinbeziehung integrativer Therapiemaßnahmen wie Neuraltherapie (selbst) und Akkupunktur (über mein Netzwerk möglich).
  • Abklärung: neurologische Untersuchung zur Unterscheidung gefährlicher vs. nicht-gefährlicher Kopfschmerzursachen.
  • Akuttherapie, inkl. Infusionstherapie, Nervenblockaden.
  • Prophylaxe bei häufigen Kopfschmerzen nach aktuellem Wissensstand, auch Anwendung neuer Verfahren wie Botox bei chronischer Migräne.

Schwindel, Gangstörung, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörung

  • Diagnostische Abklärung: zeitnahe Terminvergabe zur neurologischen Untersuchung, genaue Untersuchung auch des zentral-vestibulären Systems.
  • Drehschwindel: Hier stellt sich oft die Frage: steckt eine Ursache im Innenohr dahinter (Gleichgewichtsorgen, sozusagen HNO-Bereich) oder eine Ursache im Nervensystem (Gleichgewichtsnerv, Gleichgewichtszentren im Gehirn, sozusagen Neuro-Bereich).
  • Akuter Schwindel: Bei der Frage, ob ein Schlaganfall dahintersteckt, wurden in den letzten Jahren in der Neuroforschung rasch durchzuführende und zuverlässige neurologische Tests beschrieben – anders als noch vor ca. 10 Jahren kann hier ein entsprechend geschulter Neurologe in der Regel rasch klare Aussagen treffen sowie die weitere Behandlung entsprechend geplant werden.
  • Lagerungsschwindel, gutartiger Lagerungsschwindel, BPLS: erkennen und mit Lagerungsmanövern effektiv behandeln.

Fazialisparese, Gesichtslähmung

  • Rasche Abklärung: In der Akutsituation sind alle notwendigen Abklärungen, auch Lumbalpunktion ambulant sicher durchführbar

Bitte beachten Sie: Dies ist nur eine Auswahl. Einige Symptome oder Krankheiten habe ich in den obenstehenden Texten nicht aufgezählt, da sie teilweise nur selten vorkommen, andere wiederum, weil darüber bereits viele gute Informationen im Internet zu finden sind. Natürlich kann ich als Facharzt für Neurologie mit Ausbildung in einer großen Universitätsklinik auch zahlreiche andere Untersuchungsmethoden der Neurologie mit entsprechendem Standard anbieten: Messuntersuchungen wie SEP, VEP, EEG und weitere neurologische Tests wie Gedächtnistests oder Demenztests etc. Um eine gute Behandlung bieten zu können, halte ich es für sehr wichtig, seine Grenzen zu kennen. Für einzelne vertiefende Untersuchungen und Therapien arbeite ich daher mit Kollegen zusammen, die sich darauf spezialisiert haben. Bei Fragen zu bestimmten Untersuchungen sprechen Sie mich gerne an.

Mehr Informationen? Unter Diagnostik erfahren Sie mehr. Sie können auch gleich einen Termin für eine Untersuchung vereinbaren.